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Grundlagen

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein? Die richtige Länge für jeden Einsatz

Wie lang ein Erklärvideo sein sollte, hängt davon ab, wo es läuft und wie viel deine Zuschauer schon wissen. Richtwerte für Website, Werbung, Vertrieb und Schulung, mit Wortzahlen fürs Skript.

Capri Video · Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die meisten Erklärvideos auf Startseite und Produktseite sind 60 bis 90 Sekunden die richtige Länge.
  • Werbeanzeigen und Social-Media-Clips funktionieren mit 6 bis 30 Sekunden, Schulungs- und Onboarding-Videos dürfen mehrere Minuten dauern.
  • Gesprochenes Deutsch liegt bei etwa 120 bis 140 Wörtern pro Minute: 60 Sekunden fassen rund 120 bis 140 Wörter, 90 Sekunden rund 180 bis 210.
  • Entscheidend ist nicht die Sekundenzahl, sondern ob jede Szene die Geschichte weiterbringt. Ein klarer langer Film schlägt einen überladenen kurzen.

„So kurz wie möglich“ ist der häufigste Rat zur Länge von Erklärvideos. Er ist nicht falsch, aber er hilft wenig. Ein 30-Sekunden-Film, der dein Angebot nur anreißt, verliert Interessenten genauso wie ein Fünf-Minuten-Film, der jede Funktion aufzählt.

Die richtige Länge ergibt sich aus drei Fragen: Wo läuft das Video, wie viel wissen die Zuschauer schon, und wie viel müssen sie danach verstehen? Dieser Beitrag gibt dir Richtwerte für die wichtigsten Einsätze, rechnet die Länge in Wörter fürs Skript um und zeigt, woran du merkst, dass dein Film zu lang ist.

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Die kurze Antwort: 60 bis 90 Sekunden

Für das klassische Erklärvideo auf deiner Startseite oder Produktseite sind 60 bis 90 Sekunden fast immer richtig. In dieser Zeit passt eine vollständige kleine Geschichte: eine Situation, in der sich deine Zuschauer wiedererkennen, dein Angebot als Antwort darauf, zwei oder drei konkrete Beispiele, wie es hilft, und ein klarer nächster Schritt.

Kürzer wird es eng, sobald dein Angebot erklärungsbedürftig ist. Länger lohnt sich, wenn deine Zuschauer sich bereits bewusst entschieden haben, etwas zu lernen, etwa in einer Schulung oder nach einem Vertriebsgespräch.

Richtwerte nach Einsatz

Bei Bedarf seitlich wischen, um die ganze Tabelle zu lesen.

EinsatzEmpfohlene LängeWarum
Startseite, Produktseite60–90 SekundenErstkontakt: genug für Problem, Lösung und Beispiel
Landingpage einer Kampagne45–75 SekundenEin Angebot, ein Versprechen, eine Handlung
Werbeanzeige (Social, YouTube)6–30 SekundenAufmerksamkeit muss in Sekunden entstehen
Social-Media-Post, Story15–45 SekundenHochformat, oft ohne Ton, schnelle Wirkung
Nach dem Vertriebsgespräch1,5–3 MinutenInteressenten wollen Details und Entscheidungsargumente
Produkttour, Software-Demo1–3 MinutenEin vollständiger Ablauf statt aller Funktionen
Schulung, Onboarding2–5 Minuten pro LektionZuschauer wollen etwas lernen und anwenden
Messe, Bildschirm im Wartebereich30–90 Sekunden in SchleifeLaufpublikum steigt jederzeit ein
YouTube-Video, ausführliche Erklärung7–20 MinutenGezielte Suche, Kapitel, Tiefe statt Tempo

Diese Werte sind Startpunkte, keine Regeln. Ein Film darf länger sein, wenn jede Szene nötig ist. Er muss kürzer werden, wenn Szenen nur wiederholen.

Von Sekunden zu Wörtern: So viel Text passt hinein

Die Länge eines Erklärvideos bestimmt fast immer die Stimme. Animation, Musik und Pausen richten sich danach. Wer also die Länge plant, plant eigentlich die Wortzahl des Skripts.

Gesprochenes Deutsch liegt in Erklärvideos bei etwa 120 bis 140 Wörtern pro Minute, mit kurzen Pausen zwischen den Gedanken. Daraus ergibt sich:

Bei Bedarf seitlich wischen, um die ganze Tabelle zu lesen.

FilmlängeWörter im Sprechertext (Deutsch)
30 Sekundenca. 60–70
60 Sekundenca. 120–140
90 Sekundenca. 180–210
2 Minutenca. 240–280
5 Minutenca. 600–700

Deutsche Texte werden durch lange zusammengesetzte Wörter schnell dichter, als sie aussehen. Lies dein Skript deshalb mit Stoppuhr laut vor. Wenn du hetzen musst, streich Sätze, nicht Pausen. Wie du ein Skript in genau dieser Länge schreibst, zeigt unser Beitrag Erklärvideo-Skript schreiben.

Kurze Erklärvideos: 30, 60 oder 90 Sekunden?

Die meisten Anfragen bewegen sich zwischen diesen drei Marken. Sie klingen ähnlich, sind aber drei verschiedene Filme mit verschiedenen Aufgaben.

30 Sekunden: eine Botschaft, ein Ort

Ein 30-Sekunden-Erklärvideo fasst etwa 60 bis 70 Wörter – das ist eine einzige Botschaft mit Zuspitzung und Handlungsaufforderung, nicht mehr. Dafür ist es gemacht: Werbeanzeigen, kurze Clips im Social-Feed, ein Teaser vor dem längeren Film. Für eine vollständige Erklärung von Problem, Lösung und Beweis reicht der Platz fast nie. Wenn dein Angebot selbsterklärend ist („Mittagessen fürs Büro, geliefert um 12“), können 30 Sekunden genügen; sobald Zuschauer verstehen müssen, wie etwas funktioniert, brauchst du mehr Raum.

60 Sekunden: die kompakte Erklärung

Eine Minute fasst rund 120 bis 140 Wörter und ist die kürzeste Länge, in der eine komplette kleine Geschichte passt: Situation, Angebot, ein konkretes Beispiel, nächster Schritt. Das passt zu Landingpages mit einem klaren Angebot, zu Produktseiten und zu Filmen, die im Vertrieb verschickt werden. Der Preis der Kürze: Du musst dich auf einen Kundennutzen festlegen und Nebenargumente streichen. Genau diese Disziplin macht viele 60-Sekunden-Filme stärker als ihre längeren Geschwister.

90 Sekunden: der Standard für die Website

90 Sekunden mit etwa 180 bis 210 Wörtern sind der Normalfall für die Startseite und erklärungsbedürftige Angebote: genug Raum für das Problem, zwei bis drei Beispiele und einen Beweis, kurz genug, dass Erstbesucher bis zur Handlungsaufforderung bleiben. Wenn dein Entwurf deutlich über 90 Sekunden wächst, prüfe zuerst, ob er zwei Aufgaben gleichzeitig lösen will – das ist das häufigste Zeichen, dass eigentlich zwei Filme sinnvoller wären.

Als schnelle Entscheidungshilfe: Nimm 30 Sekunden für Aufmerksamkeit, 60 für ein klares Angebot, 90 für eine echte Erklärung. Im Zweifel beginne beim Skript, nicht bei der Sekundenzahl – wenn der Text alles Nötige in 70 Wörtern sagt, zwinge ihn nicht auf 200.

Wovon die richtige Länge abhängt

Wie viel deine Zuschauer schon wissen

Wer dein Angebot zum ersten Mal sieht, braucht zuerst einen Grund, überhaupt zuzuhören. Wer schon im Gespräch mit dir war, will dagegen Details. Ein Film für Erstbesucher ist daher kürzer und stärker auf das Problem fokussiert. Ein Film für Interessenten kurz vor der Entscheidung darf länger sein und Einwände beantworten.

Wie erklärungsbedürftig dein Angebot ist

Ein Lieferdienst für Büro-Frühstück ist in 45 Sekunden erklärt. Eine Software, die Abläufe zwischen drei Abteilungen verbindet, braucht eher 90 Sekunden oder mehr. Die Faustregel: so lange, bis ein Außenstehender danach in einem Satz sagen kann, was dein Angebot für ihn tut.

Wo das Video läuft

Auf deiner Website entscheiden sich Besucher aktiv für den Play-Button. In einem Social-Feed musst du sie im Vorbeiscrollen erwischen. Auf einem Messebildschirm steigen Menschen mitten im Film ein und gehen wieder. Jeder Ort verlangt eine andere Länge und einen anderen Aufbau.

Was die Zuschauer danach tun sollen

Soll jemand eine Demo buchen, reicht oft ein kurzer Film, der neugierig macht. Soll jemand eine Aufgabe selbst erledigen, etwa eine Software einrichten, muss der Film jeden Schritt zeigen und darf entsprechend länger sein.

Woran du merkst, dass dein Film zu lang ist

  • Der Einstieg braucht mehr als zehn Sekunden, bevor klar ist, worum es geht.
  • Zwei Szenen sagen dasselbe mit anderen Bildern.
  • Der Film zählt Funktionen auf, statt einen Ablauf zu zeigen.
  • Die Handlungsaufforderung kommt nach einer langen Zusammenfassung, die nichts Neues bringt.
  • Testzuschauer können danach nicht in einem Satz sagen, was dein Angebot tut.

Und woran du merkst, dass er zu kurz ist: Testzuschauer verstehen zwar den Slogan, aber nicht, wie es funktioniert oder was es ihnen konkret bringt.

Ein Film oder mehrere?

Wenn dein Skript über zwei Minuten wächst, obwohl jede Szene wichtig ist, ist das oft ein Zeichen für zwei Filme. Ein kurzer Film für die Startseite weckt Interesse, ein längerer für die Produktseite oder das Vertriebsgespräch liefert Details. Aus einem gemeinsamen Stil und denselben Figuren lassen sich beide Fassungen sauber ableiten.

Bei Capri Video kostet ein Erklärvideo bis zu zwei Minuten 2 Credits, ein Kurzvideo 1 Credit. Für mehrere Videos im Monat passt das Wachstum-Abo mit 8 Credits für 299 € im Monat.

FAQ: Erklärvideo-Länge

Ist ein kürzeres Erklärvideo immer besser?

Nein. Kürzer ist nur besser, wenn trotzdem alles Wichtige verständlich bleibt. Ein 40-Sekunden-Film, nach dem niemand versteht, was du anbietest, ist verschenkt. Kürze entsteht durch Weglassen von Nebensächlichem, nicht durch schnelleres Sprechen.

Wie lang sollte ein Erklärvideo für Social Media sein?

Für Anzeigen und Feeds funktionieren 6 bis 30 Sekunden am besten. Die ersten zwei Sekunden müssen ohne Ton verständlich sein, deshalb helfen Untertitel und ein starkes erstes Bild.

Wie lang sollte ein Schulungsvideo sein?

Pro Lektion zwei bis fünf Minuten. Längere Themen teilst du besser in mehrere kurze Videos, die je ein Lernziel abdecken.

Wie lang darf ein Erklärvideo auf YouTube sein?

Wer gezielt nach einer Erklärung sucht, bleibt auch bei 7 bis 20 Minuten, wenn der Film gut gegliedert ist: ein starker Einstieg, klare Kapitel und echte Tiefe statt Wiederholung.

Wie viele Wörter brauche ich für ein 90-Sekunden-Video?

Im Deutschen etwa 180 bis 210 Wörter. Plane lieber am unteren Ende, damit Stimme und Bilder Luft zum Atmen haben.

Reichen 30 Sekunden für ein Erklärvideo?

Für eine einzelne Botschaft mit Handlungsaufforderung ja, etwa in Anzeigen oder als Teaser. Für eine vollständige Erklärung von Problem, Lösung und Beweis sind 60 bis 90 Sekunden fast immer die bessere Wahl.

Teste es mit deinem eigenen Angebot: Füge deinen Website-Link ein und sieh dir an, wie dein Angebot in 60 bis 90 Sekunden wirkt.

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