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Produktion

Erklärvideo-Storyboard: Aufbau, Beispiel und Anleitung

Das Storyboard legt fest, was dein Erklärvideo in jeder Szene zeigt. Hier lernst du den bewährten Aufbau von Hook bis Handlungsaufforderung, mit Beispiel, Szenenplan und typischen Fehlern.

Capri Video · Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Storyboard übersetzt dein Skript in Bilder: Es legt für jede Szene fest, was zu sehen ist, was gesprochen wird und wie lange sie dauert.
  • Der bewährte Aufbau eines Erklärvideos hat fünf Phasen: Einstieg, Problem, Lösung, Beweis und nächster Schritt.
  • Eine Szene ist eine inhaltliche Einheit, ein Frame ein einzelnes Bild. Fürs Storyboard planst du Szenen, nicht jedes Bild.
  • Einfache Skizzen reichen. Entscheidend ist, dass jedes Bild etwas zeigt, das der Sprecher nicht ohnehin sagt.

Ein Erklärvideo scheitert selten an der Animation. Es scheitert fast immer vorher: an einem Bild, das nichts erklärt, an einer Reihenfolge, die den Zuschauer verliert, an einem Ende ohne nächsten Schritt. Genau diese Entscheidungen fallen im Storyboard.

Das Storyboard ist die Brücke zwischen Text und Film. Es zeigt Szene für Szene, was zu sehen sein wird, bevor jemand eine einzige Sekunde animiert. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später teure Korrekturen, denn eine Skizze zu ändern kostet Minuten, eine fertige Szene neu zu animieren deutlich mehr.

In diesem Beitrag lernst du den bewährten Aufbau eines Erklärvideos, den Unterschied zwischen Szenen und Frames und einen Weg, dein eigenes Storyboard in fünf Schritten zu erstellen. Das Schreiben des Sprechertexts behandelt unser eigener Leitfaden zum Erklärvideo-Skript; hier geht es um das, was danach kommt.

Was ein Storyboard ist und was es entscheidet

Ein Storyboard ist eine geordnete Bildfolge: je Szene eine Skizze, daneben der zugehörige Sprechertext und eine kurze Notiz zur Bewegung. Mehr nicht. Es ist kein Kunstwerk, sondern ein Arbeitsdokument.

Trotzdem entscheidet es über fast alles, was den fertigen Film ausmacht:

  • Was der Zuschauer sieht, während ein Satz gesprochen wird, und ob das Bild dem Satz etwas hinzufügt.
  • Die Reihenfolge der Gedanken: Baut jede Szene auf der vorherigen auf, oder springt der Film?
  • Das Tempo: Wie viele Sekunden bekommt jede Aussage, wo darf der Film atmen?
  • Die Übergänge: Wie kommt der Film von der Problemszene zur Lösung, ohne dass es wie ein Schnittfehler wirkt?
  • Wiederkehrende Elemente: Dieselbe Figur, derselbe Ort oder dasselbe Objekt verbinden Anfang und Ende zu einer Geschichte.

Wer diese Fragen erst während der Animation beantwortet, bemerkt Probleme dann, wenn sie am teuersten sind. Deshalb steht das Storyboard in jeder ernsthaften Produktion zwischen Skript und Animation, auch bei uns: Bei Capri Video entsteht aus deinem Website-Link zuerst die Geschichte, dann der Szenenplan, dann das Video.

Der Aufbau eines Erklärvideos: fünf Phasen

Fast alle wirksamen Erklärvideos folgen demselben Grundaufbau. Er ist kein Gesetz, aber ein verlässlicher Startpunkt, von dem du begründet abweichen kannst.

Bei Bedarf seitlich wischen, um die ganze Tabelle zu lesen.

PhaseAnteil bei 90 SekundenAufgabeTypisches Bild
Einstieg (Hook)ca. 5–10 SekundenAufmerksamkeit holen, Wiedererkennen auslösenEine Person in einer vertrauten, ungelösten Situation
Problemca. 15–20 SekundenDie Lage zuspitzen: Was steht auf dem Spiel?Die Folgen des Problems im Alltag
Lösungca. 30–40 SekundenDein Angebot in Aktion zeigen, als AblaufZwei bis drei konkrete Schritte, keine Funktionsliste
Beweisca. 10–15 SekundenGlaubwürdig machen, Einwände entkräftenDas Ergebnis beim Kunden, ein Vorher-Nachher
Nächster Schritt (CTA)ca. 5–10 SekundenEine einzige klare Handlung benennenLogo, Webadresse, die konkrete Aufforderung

Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens: Die Lösung bekommt den größten Block, aber nicht den ganzen Film. Viele schwache Erklärvideos bestehen zu neunzig Prozent aus Lösung und überspringen das Problem, in dem sich der Zuschauer wiedererkennen soll. Zweitens: Der Einstieg ist kurz. Gerade bei einem Video auf deiner Website gilt: Wenn nach zehn Sekunden nicht klar ist, worum es geht, scrollt der Besucher weiter.

Wie sich diese Anteile bei anderen Laufzeiten verschieben, zeigt unser Beitrag zur Länge von Erklärvideos. Die Phasen selbst bleiben gleich, ob der Film 45 oder 120 Sekunden dauert.

Szenen und Frames: der Unterschied

Zwei Begriffe werden beim Storyboard oft vermischt:

  • Eine Szene ist eine inhaltliche Einheit: ein Schauplatz, eine Aussage, meist fünf bis fünfzehn Sekunden. „Die Kundin entdeckt das Problem am Schreibtisch“ ist eine Szene.
  • Ein Frame ist ein einzelnes Bild. Animierte Filme bestehen aus 24 bis 30 Frames pro Sekunde, aber die zeichnet niemand von Hand ins Storyboard.

Fürs Storyboard planst du Szenen. Pro Szene genügt eine Skizze; nur wenn sich innerhalb einer Szene etwas Entscheidendes verändert, etwa eine Verwandlung vom Chaos zur Ordnung, lohnt sich eine zweite Skizze für den Endzustand. Ein 90-Sekunden-Film kommt so auf acht bis zwölf Szenen und selten mehr als fünfzehn Skizzen.

Diese Zahl ist ein nützlicher Warnhinweis in beide Richtungen. Bei fünf Szenen steht das Bild zu lange still, und der Film wirkt wie eine vertonte Folienpräsentation. Bei zwanzig Szenen bleibt pro Aussage so wenig Zeit, dass der Sprecher hetzt. Beides erkennst du im Storyboard, lange bevor es jemand animiert.

Storyboard erstellen in fünf Schritten

1. Das Skript in Sinnabschnitte teilen

Nimm deinen fertigen Sprechertext und ziehe Striche zwischen die Gedanken. Jeder Abschnitt, der eine eigene Aussage trägt, wird eine Szene. Gesprochenes Deutsch liegt bei etwa 120 bis 140 Wörtern pro Minute; ein Abschnitt mit 20 Wörtern ergibt also eine Szene von rund zehn Sekunden.

2. Jedem Abschnitt eine Bildidee geben

Frage je Abschnitt: Was sieht der Zuschauer, das der Satz nicht schon sagt? Wenn der Sprecher „Die Anfrage dauert zwei Minuten“ sagt, zeigt ein gutes Bild die Person, die das Formular zwischen zwei Terminen am Handy ausfüllt. Ein schwaches Bild zeigt den Schriftzug „2 Minuten“.

3. Skizzieren, nicht zeichnen

Rechtecke für Bildschirme, Strichfiguren für Menschen, Pfeile für Bewegung. Daneben in Stichworten: Wer ist zu sehen, was passiert, was steht gegebenenfalls als Text im Bild. Ein Blatt Papier mit sechs Kästchen pro Seite reicht vollständig aus.

4. Die Folge laut prüfen

Lies den Sprechertext laut und blättere parallel durch die Skizzen. Stolperst du, fehlt meist ein Übergang: Der Film springt vom Problem zur Lösung, ohne dass ein Bild die Wendung markiert. Ergänze lieber eine kurze Wendeszene, als den Sprung zu lassen.

5. Einen Außenstehenden testen lassen

Zeige die Bildfolge jemandem, der dein Angebot nicht kennt, und lass ihn erzählen, was passiert. Was er nicht nacherzählen kann, versteht später auch kein Zuschauer. Das ist der günstigste Qualitätstest der gesamten Produktion.

Ein Beispiel: Storyboard für einen Hausmeisterservice

So sieht das konkret aus. Angenommen, ein Hausmeisterservice für Immobilienverwaltungen will erklären, wie seine Störungsmeldung funktioniert. Das Storyboard für 60 Sekunden könnte so beginnen:

Bei Bedarf seitlich wischen, um die ganze Tabelle zu lesen.

SzeneSekundenBild (Skizze)Sprechertext (gekürzt)
10–7Verwalterin am Schreibtisch, drei klingelnde Telefone„Ein tropfender Hahn, ein defektes Licht, ein klemmendes Tor – und alle rufen bei dir an.“
27–15Stapel aus Zetteln wächst, Uhr dreht sich„Jede Meldung will erfasst, beauftragt und nachgehalten werden.“
315–30Mieter fotografiert Schaden mit dem Handy, Meldung erscheint im System„Mit uns melden Mieter Schäden direkt – mit Foto und Ort.“
430–45Hausmeisterfigur mit Werkzeug beim Mieter, Haken erscheint„Wir übernehmen, beheben und dokumentieren jeden Auftrag.“
545–53Verwalterin sieht aufgeräumte Übersicht, Telefone still„Du siehst jederzeit den Stand – ohne ein einziges Telefonat.“
653–60Logo, Webadresse„Jetzt kennenlernen: ein Objekt, ein Monat, unverbindlich.“

Jede Zeile beantwortet die drei Fragen, die ein Storyboard beantworten muss: Was ist zu sehen, was wird gesagt, wie lange dauert es. Mit diesem Plan kann jede Produktion arbeiten, und du erkennst Schwächen, bevor sie Geld kosten.

Der Stil kommt nach dem Storyboard

Ein häufiger Irrtum: zuerst den Look aussuchen, dann die Geschichte hineinpressen. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge, denn der Aufbau bestimmt, welcher Stil die Aussage am besten trägt. Eine Geschichte über Menschen in einer sensiblen Lage braucht Figuren mit erkennbaren Gefühlen. Ein Ablauf mit fester Reihenfolge passt zur Whiteboard-Animation, die Strich für Strich aufbaut. Zahlen und Systeme erklärt Motion Graphics klarer als jede Figur.

Wie du vom fertigen Szenenplan zur Stilentscheidung kommst, zeigt der Ratgeber Animationsvideo planen. Und wenn du sehen willst, wie fertige Filme ihre Storyboard-Entscheidungen umsetzen, findest du in unserer Übersicht der besten Erklärvideos echte Beispiele mit Analyse, vom Einstieg bis zur Handlungsaufforderung.

Typische Fehler im Storyboard

  • Das Bild wiederholt den Text. Der Sprecher sagt „schnell“, im Bild steht „schnell“. Die Szene hat nichts erklärt.
  • Jede Szene ein neuer Schauplatz. Ohne wiederkehrende Figur oder Umgebung zerfällt der Film in Einzelbilder. Lass deine Hauptfigur die ganze Geschichte erleben.
  • Die erste Szene zeigt das Logo. Der Zuschauer hat noch keinen Grund, sich dafür zu interessieren. Das Logo gehört ans Ende, der Kunde an den Anfang.
  • Textwüsten im Bild. Mehr als fünf, sechs Wörter liest beim Tempo eines Films niemand. Was gesagt wird, muss nicht zusätzlich geschrieben stehen.
  • Kein Platz für den Ton. Musik und Pausen brauchen Raum. Ein Storyboard, das jede Sekunde mit Sprechertext füllt, erstickt den Film. Worauf es bei der Tonebene ankommt, zeigt unser Beitrag zur Musik für Erklärvideos.

Was kostet ein Erklärvideo mit professionellem Storyboard?

Bei klassischen Produktionen ist das Storyboard ein eigener bezahlter Arbeitsschritt mit Abstimmungsrunden; der Aufwand steckt im Gesamtpreis von oft mehreren Tausend Euro. Welche Leistungen hinter solchen Angeboten stehen und wie du sie vergleichst, erklärt unser Ratgeber zu den Erklärvideo-Kosten; konkrete Preisbeispiele versammelt der Beitrag Was kostet ein Erklärvideo?

Bei Capri Video sind Geschichte, Szenenplan, Animation und Vertonung im Abo enthalten, und dein erstes Video ist eine kostenlose Vorschau: Du fügst deinen Website-Link ein, erhältst innerhalb von 24 Stunden den ersten geprüften Entwurf mit Wasserzeichen und kannst drei Korrekturrunden nutzen, ohne Kreditkarte. Behalten kannst du es mit einem Abo ab 99 € im Monat inkl. MwSt.; ein Erklärvideo bis zu zwei Minuten kostet im Start-Abo 2 Credits – mit deinem Wissen aus diesem Beitrag kannst du dabei Szene für Szene präzises Feedback geben.

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FAQ: Erklärvideo-Storyboard

Muss ich für ein Storyboard zeichnen können?

Nein. Strichmännchen, Rechtecke und Pfeile reichen. Das Storyboard muss nur eindeutig festhalten, was in jeder Szene zu sehen ist; wie schön die Skizze aussieht, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass ein Außenstehender die Geschichte nacherzählen kann.

Wie viele Szenen braucht ein Erklärvideo von 90 Sekunden?

Meist acht bis zwölf. Weniger wirkt statisch, deutlich mehr wird hektisch, weil jede Szene dann nur wenige Sekunden Zeit hat. Rechne vom Sprechertext aus: Jeder Sinnabschnitt von etwa 15 bis 25 Wörtern ergibt eine Szene.

Was kommt zuerst: Skript oder Storyboard?

Das Skript. Der Sprechertext bestimmt Länge und Reihenfolge der Szenen; das Storyboard ordnet jedem Abschnitt ein Bild zu. Wer mit Bildern beginnt, baut oft Szenen, die keine Aussage tragen.

Was ist der Unterschied zwischen Storyboard und Animatic?

Das Storyboard ist eine stehende Bildfolge mit Notizen. Ein Animatic reiht diese Bilder als einfaches Video mit Tonspur aneinander, um Timing und Übergänge zu prüfen. Für die meisten Erklärvideos genügt das Storyboard.

Brauche ich ein Storyboard, wenn ich produzieren lasse?

Du musst keines liefern. Es hilft aber, den Aufbau zu kennen: Dann kannst du einen Entwurf gezielt prüfen und deine Korrekturwünsche je Szene formulieren, statt nur zu sagen, dass sich der Film falsch anfühlt. Je konkreter dein Feedback, desto mehr holst du aus den Korrekturrunden heraus.

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